Musik zum Laufen - super Motivation und Tempomacher
  • Lesedauer:17 min Lesezeit
  • Beitrag zuletzt geändert am:12. Februar 2022
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Musik zum Laufen – darüber gibt es mal wieder geteilte Meinungen. Unser guter, alter Trainer Klaus war ein totaler Gegner von Musik beim Laufen. Wehe, einer ließ sich damit erwischen. Dabei ist es erwiesen, dass Musik beim laufen deine Laufleistung steigern kann. Und mal ganz ehrlich: Es ist doch richtig cool, mit Musik zu laufen. Denn die richtige Mucke kann dir sogar Flügel verleihen.

Es regnet. Der Wind peitscht ums Haus.

Du fröstelst schon den ganzen Tag.

Heute noch laufen? Dir ist absolut nicht danach.

Wie sollst du dich denn auch bei diesem Miesepeterwetter motivieren? Na, ganz einfach.

Mit Musik!

Warum Musik beim Laufen richtig klasse ist

Ganz ehrlich, mit Musik läuft doch vieles besser. Auch oder gerade das Laufen.

Besonders an Tagen, an denen es dir schwer fällt, dich zu motivieren. Da kann Musik Wunder bewirken. Sobald du dir die Kopfhörer auf die Ohren klemmst, befindest du dich einem anderen Modus.

Es kommt natürlich darauf an, welche Musik du hörst. Ich kenne zum Beispiel niemanden, der Klassik beim Laufen hört. Aber wer weiß, vielleicht macht das ja gerade Spaß.

Was mit dir passiert, wenn du Musik hörst und läufst

Musik zum Laufen
Musik zum Laufen – na klar, weil es einfach besser läuft

Die Verbindung von Musik und Bewegung ist tief in uns Menschen verankert. Sobald wir Musik hören, wollen wir uns bewegen. Ob sanftes Wiegen oder ausgelassenes Tanzen: Musik macht etwas mit uns.

Denk nur mal an die Trommelmusik afrikanischer Völker, an das Stampfen der Füße zum Trommelschlag.

Musik hat einen direkten Einfluß auf unsere Emotionen. Schnelle Rhytmen bringen uns zum Schwingen, fröhliche Musik hebt unsere Stimmung aus dem tiefsten Keller. Und melancholische und traurige Musik kann uns sogar zum Weinen bringen.

Beim Hören von Musik schüttet unser Hirn die Glückshormone Dopamin und Endorphine aus. Logisch, dass dich Musik richtig gut motivieren kann.

Es kommt sogar noch besser. Wenn du Musik hörst, schüttet dein Körper das Immunglobulin A und Killerzellen aus. Mit der richtigen Musik bist du also sogar besser gegen Viren und Bakterien gewappnet.

Laufen mit Musik

  • bringt dir deine Motivation und deine Power zurück
  • macht einfach gute Laune, auch wenn dein Training mal nicht perfekt läuft
  • vermindert Störungen von außen
  • hilft dir, im Takt zu bleiben und Laufbewegung harmonisch zu gestalten

Automatisch passt du die Atmung sowie deine Herz- und Schrittfrequenz an den Rhythmus der Musik an. Und wenn es zum Ende schwer wird, verleiht dir die richtige Musik Superkräfte.

Wenn du mit Musik läufst, ist dein Laufsil ökonomischer. In der Studie The Effect of Music Listening on Running Performance and Rating of Perceived Exertion of College Students wurde nachgewiesen, dass Laufen mit Musik zu einer besseren Laufleistung führt.

Läufer, die mit Musik unterwegs waren, liefen ihre Trainingsstrecken schneller und empfanden weniger Anstrengung dabei.

Und nicht nur das. Wenn du mit Musik läufst, kannst einfach längere Strecken zurücklegen. Einfach, weil du die Anstrengung weniger spürst.

Der Sportpsychologe Costas Karageorghis behauptet sogar, dass “Musik als legale Droge verwendet werden kann, um die Leistung zu steigern.

Wann es ohne Musik besser läuft

Es gibt aber auch Situationen, bei denen Laufen ohne Musik die bessere Entscheidung ist. Wenn du zum Beispiel eher Ruhe benötigst, weil du ständig unter Strom stehst. Mindful Running ist dann vielleicht die bessere Trainingsform.

Mindful Running – höre nur auf dich

Unser Leben ist laut geworden. Ständig strömen Eingrücke auf uns ein. Das fängt beim Weckerklingeln, den Nachrichten am Morgen an. Dauert den ganzen Tag im Job. Und zieht sich bis in den Feierabend.

Wie gut tut es dann, nichts zu hören. Nichts außer den Wind in den Bäumen, die Vögel und ab und an ein Knacken im Unterholz. Und deine eigenen Schritte. Dein Atem. Und dein Herz.

Jetzt wäre Musik nur Ablenkung von dieser wohltuhenden Umgebung.

Beim Mindful Running soll deine Aufmerksamkeit ganz bei dir und dem Laufen sein. Dabei achtest du auf deine Atmung, auf deine Gefühle beim Laufen. Aber auch auf die Umgebung.

Den Wind, den du auf deiner Haut spürst. Die Regentropfen, die in dein Gesicht sprühen. Oder die Sonne, die deine Nase kitzelt. Aber auch auf die Geräusche der Natur. Das Zwitschern der Vögel, der Hahan, der im Nachbardorf kräht.

Mit Musik im Ohr bekommst du von all dem wenig mit. Wenn du also das Mindful Running ausprobieren möchtest, lass die Musik zu Hause für den nächsten Lauf.

Mit Musik denkt es sich (oft) nicht so gut

Ein großer Vorteil beim Laufen: Du hast unendlich Zeit nachzudenken. Du kannst deine Gedanken schweifen lassen. Oder dich einem hartnäckigen Problem beschäftigen.

Das kannst du vielleicht auch gut mit Musik. Aber oft genug lenkt dieser Reiz von außen nur ab.

Wenn du also mal wieder in Ruhe nachdenken willst: Musik aus, Kopf an.

Musik beim Laufen in der Stadt

Wenn du im Straßenverkehr unterwegs bist, ist es riskant, mit Musik zu laufen. Gerade in der Stadt kannst du dann ganz schnell in eine gefährliche Situation geraten.

Aber auch auf einer einsamen Landstraße ist es manchmal nicht ungefährlich. Wenn du mit Musik auf den Ohren läufts, hörst du Autos oft zu spät.

Hier würde ich die Kopfhörer wirklich zu Hause lassen.

Musik bei Wettkämpfen – Besser nicht

Viele Wettkampfordnungen verbieten das Tragen von Kopfhörern. Das hat einen nachvollziehbaren Grund: Wenn du Musik hörst, bekommst du sehr wenig von der Umgebung mit.

Sehr schnell kann es passieren, dass du mit einem anderen Läufer zusammenstößt. Zum Beispiel, wenn dich ein Sportler überholen willst, du ihn aber nicht bemerkst. Ein falscher Schritt von dir und bang, ihr seid so richtig aneinander geraten.

Aber das ist nur ein Grund, warum du die Musik bei Laufveranstaltungen besser zu Hause lässt.

Gekommen, um zu siegen?

Warum bist du eigentlich dabei? Um zu siegen? Für die meisten von uns ist das gar nicht das Ziel.

Sind wir nicht eher dabei, um gemeinsam Spaß zu haben? Um mit anderen zu laufen. Die Zuschauer und die Musik am Straßenrand zu erleben. Uns gegenseitig anzulachen oder einen kleinen Plausch zu halten.

Wenn du Kopfhörer auf hast, zeigst du deinen Mitmenschen: Ich will meine Ruhe, quatsch mich bitte nicht von der Seite an.

So wird es aber nichts mit dem Gemeinschaftsgefühl. Wenn du gern Menschen kennenlernst oder einfach gern unter Leuten bist, steck die Kopfhörer weg. Sonst könntest du ja auch alleine laufen.

Ausnahme: Wenn es richtig schwer wird. Zum Beipiel auf den letzten Kilometern. Dann kannst du ja auf die Notreserve “Powermucke” zurückgreifen. Die richtige Musik hat sicher schon manchem Läufer ins Ziel getragen.

Sei dann einfach aufmerksamer, damit nichts passiert.

Musik beim Laufen – überfordere dich nicht

Schnelle Musik lässt dich schneller laufen. Das ist erstmal gar nicht so verkehrt. Wenn du aber schneller läufst, als dir gut tut, überforderst du dich leicht.

Als Laufanfänger ist es besser, eher ruhigere Songs zu hören. Dann bringt dich die Musik dazu, in deinem optimalen Tempo zu laufen.

Such dir Musikstücke, die zu deiner empfohlenen Herzfrequenz passen. Dabei kannst du dich an den bpm – Beats per Minute (Schlägen pro Minute) orientieren.

  • Langsames Tempo: Songs mit 100-120 bpm
  • Mittleres Tempo: Songs mit 120-150 bpm
  • Schnelles Tempo: Songs mit 150-180 bpm

Es gibt einige Varionaten, wie du dir deine Playlist entsprechend dem Lauftempo zusammenstellst:

Schritte und Beats per Minute: So findet ihr eure Musik zum Joggen

Musik zum Laufen – erlaubt ist, was gefällt

Ansonsten empfehle ich dir, deine Lieblungsmusik zu wählen. Wenn du auf einen ganz normalen Dauerlauf gehts, dann ist eher egal, ob die Musik genau zu deinem Tempo passt.

Die Musik sorgt dann von ganz allein für ein wenig Abwechslung im Lauftempo.

Oder du nutzt ganz bewusst die unterschiedlichen Tempobereiche deiner Songs. Es kommt ein schneller Titel? Ok, dann läufst du einen Song lang volle Kanne.

Wenn der nächste Titel eher eine Ballade ist – perfekt. Damit bekommst du deinen Puls wieder schön runter. Du kannst mit einer abewechslungsreichen Playlist also ein prima Fahrtspiel durchführen. Im folgenden Artikel habe das näher beschrieben:

Schneller laufen – Der Schlüssel zum Erfolg

Oder probiere mal Storyrunning aus. Das sorgt für Abwechslung im Training.

Story Running – Motivation für dein Lauftraining

Meine liebsten Laufsongs

Willst du wissen, zu welchen Songs ich am liebsten laufe? Ich muss gestehen, ich habe nicht viel neue Musik auf meinem MP3-Player.

Denn erstens bin ich oft zu bequem, um mir neue Songs draufzuladen. Zum anderen habe ich noch nicht den richtigen Dreh raus, wie ich zu neuer Musik komme.

Bis jetzt bin ich zu sparsam (geizig??), für einen Streaminganbieter zu bezahlen. Ich habe auch nicht so recht Lust, mit Smartphone und Kopfhörern zu laufen. Da bin ich noch auf der Suche nach der idealen Kombination.

Aber ich mag meine alten Titel. Und ab und zu habe ich doch ein paar einzelne Songs gekauft.

Hier sind meine absoluten Lieblingssongs, meine Top 5.

Die kann ich immer wieder hören.

Woodkid – Run Boy Run

Dieser Song lässt sicher keinen Läufer kalt. Wenn der Refrain kommt, fühlst du dich automatisch auf der Flucht. Und trotzdem stark. Sie kriegen dich nicht. Du bist schneller. Yeah.

Run boy run! This world is not made for you
Run boy run! They’re trying to catch you
Run boy run! Running is a victory
Run boy run! Beauty lays behind the hills

Musik zum Laufen – Woodkid – Run Boy Run

AURORA – Running With The Wolves

Ich, allein im Wald. Ich laufe. Das Gras ist regennass. Die Bäume verschwimmen mit dem Unterholz zu einem grünen, dunklen Dickicht. Ich schwitze, atme laut, rieche das Moos.

Ich laufe mit den Wölfen.

I’m running with the wolves tonight
I’m running with the wolves
I’m running with the wolves tonight
I’m running with the wolves


Wusstest du, dass in Brandenburg schon über 400 Wölfe leben? I’m running with the wolves…

So genial beim Laufen – AURORA – Running With The Wolves

Maxim – meine Soldaten

Spätestens beim Refrain packt es mich.

Ein guter Soldat stellt keine Fragen.
Er läuft Runden im Park,
Bis die Beine versagen.
Die Stirn in den Staub wie ein Ja und ein Amen.

Ich laufe Runden im Park bis die Beine versagen

Grönemeyer – Die Welt im Dauerlauf

Wer hälts am längsten aus? Na ich, zumindest für die nächste Stunde.

Augen zu und auf
Augen zu und auf
Die Welt im Dauerlauf
Wer hälts am längsten aus

Musik beim Laufen – nimmt dich auf die Reise

Calvin Harris, Rag’n’Bone Man – Giant

Bei diesem Titel fühle ich mich groß und stark, wie ein Riese. Wahnsinnsgefühl beim Laufen…

I am a giant (ooh)
Stand up on my shoulders, tell me what you see

I am a giant – beim Laufen mit Musik fühlst du dich wie ein Riese

Musik beim Laufen – Raus mit dir

Na, geht es dir jetzt so wie mir. Dass du los willst. Laufen gehen?

Dann lass dich nicht aufhalten.

Ich bin auch schon weg.

Laufen…

Hey, willst du auch endlich laufen?

Und weißt nur nicht genau, wie du starten kannst?

Dann hol dir jetzt schnell meinen Laufplan für Anfänger. Und leg los.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Sabiene

    Früher, als ich noch gejoggt bin, habe ich auch immer Musik gehört.
    Nun aber mache ich Nordic Walking und liebe diese ruhige Stimmung um mich herum.
    Wahrscheinlich werde ich nun alt oder so …
    LG
    Sabiene

    1. Andrea Kuschan

      Liebe Sabine,

      ich glaube, es gibt einfach für jede Lebenslage und Stimmung den richtigen Sport. Ich glaube nicht, dass es unbedingt mit dem Alter zu tun hat. Mal habe ich auch viel mehr Lust auf Nordic Walking (mittlerweile liebe ich es sogar) und mal mehr aufs Laufen.
      Genauso ist es mit der Musik. Monatelang geht es ohne hervorragend. Und dann auf einmal brauche ich Musik, um überhaupt loszulaufen.

      Machen wir es einfach, wie es uns gefällt und genießen es. Entweder die Stille oder die Musik.

      Liebe Grüße
      Andrea