Monatsrückblick November
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  • Beitrag zuletzt geändert am:31. Juli 2022
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Magst du den November? Ich eigentlich schon. Er ist ja auch mein Geburtstagsmonat. Und den muss man ja lieben. Aber nicht nur aus diesem Grund mag ich ihn, den grauen, nassen Gesellen.

Es ist diese melancholische Stimmung, der Nebel, der Regen und der Wind. Endlich wieder den Rücken an der Heizung wärmen. Auf dem Sofa in die Decke kuscheln. Der Tee schmeckt jetzt viel besser als im Sommer. Und diese herrlichen Vollbäder. Vor allem nach dem Laufen. Aber dieser November ist auch für mich eine kleine Herausforderung gewesen.

Auf und ab der Gefühle

Eigentlich dachte ich immer: ich bin stark. Und dass ich mich nicht von den Nachrichten runterziehen lassen. Und doch haben mich jetzt die neuen Meldungen etwas traurig gemacht.

So viele Meinungen. Das Gefühl, die meisten davon nachvollziehen zu können. Das Schwanken der eigenen Meinung. Nicht wissen, was ist richtig, was ist falsch.

Das Schöne sehen

Dann wieder Aufrappeln, den neuen Tag angehen. Und die Freude über die kleinen schönen Dinge im Leben. Die gemeinsamen Läufe mit Freunden, mit meinem Mann.

Die Anmeldung am Rennsteiglauf und die Vorfreude darauf.

Die Freude über die Sonne, wenn sie sich mal blicken lässt. Über den Apfel vom wilden Apfelbaum in der Mittagspause.

Routinen helfen

Routine? Klingt nach Langeweile. Das ist Quatsch. Gute Routinen geben Halt und Struktur. Sie helfen, eine positive Grundstimmung zu behalten:

Ich starte in den Tag mit einer heißen Tasse Wasser, mit einer Bürstenmassage und einer eiskalten Dusche.

Danach 10 Minuten yogische Morgengrüße.

Am Arbeitsplatz die erste Tasse Tee. Zwischen 8 und 9 Kaffee und Brot.

Mittags immer selbstgekochtes Essen. Immer einen Spaziergang.

Und nach der Arbeit entweder Laufen oder noch ein paar Schritte gehen. Bis die 10.000 voll sind.

Ein schönes Abendessen zu zweit. Jetzt auch mit Kerzen. Und einer Kanne Kräutertee.

Vielleicht ein schöner Krimi. Mit dunkler Schokolade und ein paar Nüssen.

Dieses Grundgerüst aus Routinen gibt mir Halt auch in diesen wirren Zeiten.

Ich bin (vielleicht) doch stark.

Sehnsuchtsort fürs ganze Leben

Schon seit ich klein war, übte die Ostsee eine wahnsinnige Faszination auf mich aus. Ich habe mich schon oft gefragt, woran das liegt. Wenn jemand erzählt, er fährt an die Ostsee, dann will ich am liebsten mit.

Egal, wie toll sonst die Urlaubsziele der Freunde und Bekannten sind. Nur wenn jemand sagt: Ich mach Urlaub an der Ostsee. Nur dann packt mich der Neid. ICH WILL AUCH.

Und da die Ostsee zu jeder Jahreszeit wunderbar ist, haben wir uns für Anfang November eine schöne, gemütliche Ferienwohnung gesucht.

Im November? Ja, es war herrlich. Es war kalt, der Wind pustete den Kopf frei. Und wir haben soviel gemacht. Wandern, Laufen, Essen, Schlafen. Einmal Yoga, einmal Sauna. Lecker Kuchen, lecker Pizza. Und ganz wenig Menschen.

Das war ein Urlaub, der besonders gut für meine Seele war.

Trainerlehrgang – eine Woche raus

Wenn alles klappt, findet er statt. Mein Trainerlehrgang für die C-Lizenz. Darauf habe ich mich schon so lange gefreut. Eine Woche volle Kanne Sport. Theorie und Praxis Im Sport und Bildungszentrum Lindow.

Dazu Übernachtung und Verpflegung – sicher kein Luxus, aber trotzdem wunderbar. Ich denke, es wird ein bisschen wie früher im Ferienlager.

Vor allem bin ich auf die anderen Teilnehmer neugierig. Wo kommen die her. Was machen sie für Sport.

Und wie wird die Woche in Anbetracht der aktuellen Einschränkungen überhaupt laufen.

Auf dem Weg zur Trainerin

Manche bringens einfach

Das Witzigste aber ist: Ich habe einen Termin für meine “Booster”- Impfung. Hier bei uns stehen die Menschen zur Zeit stundenlang an. Es gibt keine Termine und wer Pech hat, wird nach 2 Stunden nach Hause geschickt.

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin dagegen ist voll auf Zack. Hier gibt es gerade die unterschiedlichsten Angebote. Mit Termin und ohne.

Meine Idee: warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Und einen Termin machen.

Das ging sogar ONLINE. Krass. Ich kann es immer noch nicht ganz glauben. Am Freitag, nach meinem Lehrgang, habe ich einen Termin…

Warum schafft ein Landkreis, der genauso auf dem platten, brandenburger Land liegt, das scheinbar Unmögliche: Terminvergabe Online. Dazu vielfältige Angebote für Impfwillige ohne Termin.

Ich ziehe den Hut vor denjenigen, die das geschafft haben. Und stelle mir die Frage: Was läuft hier bei uns im Süden von Brandenburg falsch?

Der Winter kann kommen

Als Kind hatte ich welche: groß und breit. Mit abgeblätterter Farbe. Mit einem uralten Bindungssystem. Aber ich habe sie geliebt. Und das Fahren mit ihnen. Dieses stille Gleiten durch die verschneite Welt. Meine Langlaufski.

Irgendwann sind sie weggekommen. Klar, wer hat schon noch die Sachen aus der Kindheit. Aber sobald die ersten Flocken fallen, fallen sie mir wieder ein. Und ich will raus, in den Wald. Und durch die Stille fahren.

Aber es waren immer andere Dinge wichtiger, dringender. Und dann war der Winter auch schon vorbei.

Ein alter (kleiner) Traum wird wahr

Jetzt habe ich mir endlich meinen Traum erfüllt: ich habe mir Langlaufski gekauft. Ich bin ja eigentlich der Meinung, dass ich nicht alles haben muss. Vor allem, wenn ich Dinge nicht so oft nutze.

Deshalb habe ich versucht, mir Ski auszuleihen. In den Skiorten in Sachsen kann man sich nämlich Ski ausleihen. Theoretisch zumindestens.

Praktisch steht man stundenlang in eisiger Kälte zusammen mit 100 anderen Leuten an. Die alle dieselbe Idee haben: Hey, es liegt Schnee, lass uns Skifahren.

Die nächste Idee: Gebraucht kaufen. Unzählige Stunden habe ich auf der Suche nach gebrauchten Langlaufski verbracht.

Aber welche nehme ich? Und bekomme ich passende Schuhe? Wie teuer ist der Transport. Kurz: Es war frustrierend und erfolglos.

Letzten Winter hatte ich genug. Und habe bei dem kleinen Sportgeschäft meines Vertrauens angerufen. Es gab keine mehr. War ja auch klar. Es gab Schnee und alle hatten die gleiche Idee. Zusätzlich gab es Lieferengpässe aufgrund von Corona und einem Brand in einem Herstellerwerk in der Ukraine.

Im Winter 2020/21 war also wieder nix mit eigenen Ski. Die Mitarbeiterin bot mir an, mich auf die Warteliste für das nächste Jahr zu setzen. Klar, warum nicht.

Und letzte Woche war es auf einmal soweit. Ich kann kommen. Und mir welche aussuchen. Eigentlich war ich gar nicht drauf vorbereitet. Ich hatte es schon wieder vergessen. Lag ja auch noch kein Schnee…

Am Montag, nach einen nervigen, grauen Arbeitstag ging ich fast wie ferngesteuert zum Sportladen. Mal schauen. Ich hatte gar nicht vor, mir WIRKLICH Ski zu kaufen. Erst mal gucken, ob die Schuhe passen.

Das wird unser Winter

Wow, cool. Sie passen. Und die Ski sehen echt schick aus. Der Verkäufer hat mich auch super beraten. Die Sache war entschieden: Ich kaufe mir heute mein erstes Paar Langlaufski.

Niegelnagelneu. Ich war soooo glücklich. Stolz wie Oskar schleppte ich meine neuen Ski,Schuhe und Stöcke zum Auto.

Dieser Winter wird toll. Und ich wünsche mir nichts sehnlicher als Schnee.

Dann geht es ab.

Durch den Winterwald.

Allein oder mit einer Freundin.

Und danach Kekse und Glühwein.

Das Leben ist schön.

Jeden Tag genießen – es lohnt sich

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