Mein Sport und meine Leidenschaft

Mein Sport und meine Leidenschaft

Beim Laufen finden wir zu der Persönlichkeit, die wir sein wollen.

George Sheehan

Mein Sport ist der Laufsport und diesem widme ich mich mit all meiner Leidenschaft. Laufen hat so viele Facetten und bietet unendliche Möglichkeiten des Trainings. Es hält uns jung, gesund und fit. Aber vor allem macht Laufen richtig Spaß.

Im Rahmen der Blogparade Meine Sportart und meine Geschichte vom Blog life-with-hanna-sophie gehe ich in Gedanken zu meinen sportlichen Wurzeln zurück. Und du wirst sehen, dass man nicht zur Läufer*in geboren sein muß, um dieser Sportart mit Herz und Seele zu verfallen.

Die geborene Läuferin

war ich nie. Ich war das, was man heute als pummeliges Kind bezeichnen würde. Mich selbst habe ich immer als dick empfunden.

Und ich war auch ein wenig dicker als die anderen. Für heutige Maßstäbe ist das gar nicht mehr nachvollziehbar. Wenn ich mich jetzt auf alten Fotos sehe und mit den “dicken” Kindern von heute vergleiche, wird mir sehr deutlich, was für eine schlechte Entwicklung die Gesundheit von Kindern genommen hat.

Sport habe ich allerdings immer gern gemacht. Ich habe mich in Badminton versucht. Und viele Jahre mit Leidenschaft Volleyball gespielt. Zu dieser Zeit war das mein Sport. Ich habe es geliebt, zusammen mit meiner Mannschaft zu Wettkämpfen zu fahren und um Sieg und Niederlage zu kämpfen. In der 9. Klasse wollte mein Trainer mich sogar auf die Sporthochschule schicken.

Mit 15 Jahren in ein Internat? Das wollten meine Eltern nicht. Rückblickend war das eine nachvollziehbare Entscheidung. Aber manchmal denke ich: Wer weiß, welche berufliche Richtung meine Leben genommen hätte.

Ungeliebte Laufveranstaltungen

Aber laufen? Wenn ich mich nur an diese “Gedenkläufe” erinnere. Die gab es zu meiner Jugendzeit in der DDR wahrscheinlich an jeder Schule. Ein Lauf, bei dem wir zu Ehren einer bestimmten, “wichtigen”, meist kommunistischen/politischen Person laufen sollten. Bei uns an der Schule war es der “Hans-Beimler-Gedenklauf”.

Haben wir an Hans Beimler gedacht? Neee. Sobald wir aus dem Sichtfeld der Lehrer waren, sind wir spaziert, haben Kirschen geklaut und gequatscht. Dann sind wir wieder ein Stückchen gerannt, denn die Letzten wollten wir auch nicht werden…

Leistung aus Trotz

Aber wehe, wenn ich herausgefordert werde. Dann kann ich Berge versetzen. Ich denke da an meine Sportprüfung in der 10. Klasse. 2000 Meter standen auf dem Plan. Meine Sportlehrerin sagte zu mir: “Du müsstest die Zeit für eine 1 laufen, um eine 1 als Abschlußnote zu bekommen. Aber das schaffst du nie“.

“Wie jetzt? Nie? Der werd ich’s zeigen”. Ich rannte, wie ich noch nie gerannt war. Alles in mir brannte, ich bekam zum Schluss kaum noch Luft. Ich war gefühlt am Sterben. Ich hätte schwören können, das Laufen nie mein Sport wird. Aber auf meinem Abschlusszeugnis steht eine Saubere, Stolze 1.

Der Beginn einer Leidenschaft

begann in einer Zeit, in der ich mich sehr traurig fühlte. Meine beste Freundin wollte ihr Glück woanders versuchen, in Siegburg bei Köln. 600 lange Autobahnkilometer von mir entfernt. Zu dieser Zeit waren die beruflichen Aussichten in unserem Bundesland nicht gerade rosig.

Ich bestärkte sie in ihrem Wunsch. Denn nichts ist schlimmer als seine Möglichkeiten nicht zu nutzen.

Aber was war mit mir? Ich war bereits Mutter von zwei süßen Mädchen, glücklich verheiratet und zumindest für die nächsten 10 – 15 Jahre örtlich gebunden.

Und trotzdem fühlte ich mich schlecht. War ich jetzt eine der wenigen, die hier in der Pampa blieben? Die es nicht geschafft haben, von hier weg zu kommen? Ich brauchte etwas, was mir ein Ziel und inneren Halt gab.

Also schnürte ich meine alten Turnschuhe und lief einfach los. Zum Glück war ich überhaupt nicht ambitioniert, besonders schnell und weit zu laufen. Dadurch vermied ich unbewusst den Fehler, meinen Körper zu Beginn zu überfordern.

Ich wollte einfach nur laufen. Ich hatte keine Laufschuhe, weder Tights noch atmungsaktive T-Shirts. Und am allerwenigsten hatte ich irgendeine Ahnung vom Lauftraining.

Aber ich lief. Und bin bis heute dabei geblieben.

Mein erster Wettkampf

Mein Sport und meine Leidenschaft beim Firmenlauf
Aller Anfang ist schwer

war der Firmenlauf Westlausitz im Jahr 2011. Ich fühlte mich super gut vorbereitet – war es aber in keiner Weise. Noch nicht einmal die Strecke von 5 Kilometern war ich bis dahin gelaufen. Ich hatte keinen blassen Schimmer, wie schnell ich im Durchschnitt laufen müsste, um nicht Letzte zu werden.

Ich sah mir die Zeiten der ehemaligen Teilnehmer an und dachte: So unter 30 Minuten könnte ich liegen. Natürlich nahmen auch Kolleg*innen von mir teil. Darunter Marianne, 20 Jahre älter. “Ich werde bestimmt schneller sein als sie. Sie ist viel älter”.

Ich war nicht arrogant oder überheblich, nur komplett naiv und dumm, was das Laufen angeht. Und ich wusste nichts von der enormen Leistungsfähigkeit älterer Sportler. Und das Fitness und Ausdauer keine Frage des Alters ist. Ich sollte es lernen.

In heller Aufregung startete ich inmitten der anderen Läufer und ließ mich einfach mitreisen. Jaaa, das lief. Ich flog förmlich dahin. Ca. 1 bis 2 Kilometer. Dann war die Luft weg. Meine Lunge brannte. Und ich hatte noch unvorstellbar lange 3 Kilometer vor mir.

Auf einmal näherte sich von hinten Marianne. Wie ein junges Reh sprang sie an mir vorbei. Mit leichten, großen, federnden Schritte. Ich sah sie nur kurz von hinten und schämte mich in Grund und Boden. Und hatte meine erste wichtige Lektion im Laufen gelernt: Demut. Ich begrub mein Vorurteil zum Leistungsvermögen älterer Sportler. Auch heute bin immer wieder begeistert, wie stark, schnell und elegant Menschen sogar jenseits der 70, 80 oder 90 laufen können.

Ich lief gefühlt eher wie eine Kuh. Schwerfällig, keuchend und schwitzend. Ob ich es schaffte? Na klar, aber nicht als die Laufheldin, die ich sein wollte, sondern erschöpft mit zerknitterter Krone.

Mein Sport ist auch dein Sport oder zusammen ist man weniger allein

zusammen trainieren und Spaß haben

Das Wettkampffieber hatte mich ergriffen. Ich stellte fest, dass es unzählige Laufwettkämpfe im Freizeitbereich gab. Ob es nun der Burgenlauf in Bad Belzig oder der Dresdener Stadtlauf war – ich wollte dahin. Und meine Mann musste mit.

Für ihn als damaligen Nichtläufer war das natürlich nicht die schönste Freizeitaktivität. Erst die Autofahrt mit einer aufgeregten Beifahrerin, dann inmitten der bunten Läuferhorden mit mir zur Startnummernausgabe tigern, um anschließend darauf zu warten, dass endlich der Startschuß fällt.

Ich fand diese Tage sehr schön. Aber zum einen fehlte mir der Austausch mit anderen Läufern und zum anderen tat mir mein Mann auch ein bisschen leid.

Also doch einen Verein suchen. Ich war kein Fan von so einer Organisation. Zu bieder und als zu deutsch empfand ich das Vereinswesen.

An einem Montag schlug ich zu Trainingsbeginn bei der Laufgruppe Ilse-See auf und bin seitdem dabei. Im Verein habe ich meine besten Freunde gefunden. Und seit knapp 2 Jahren bin ich sogar die Trainerin des bunten Haufens.

Laufen – mein Sport und meine große Leidenschaft

Mein Sport und meine Leidenschaft
Leidenschaft, die verbindet

Ein Leben ohne Laufen kann ich mir einfach nicht mehr vorstellen. Neben den gesundheitlichen Aspekten hilft mir das Laufen, abzuschalten und nachzudenken.

Eine Verabredung zum Laufen mit der besten Freundin ist das beste, was es zum Feierabend geben kann. Und erst die langen Läufe am Wochenende zusammen mit den anderen. Das ist für mich das, was für andere wahrscheinlich eine tolle Party oder ein Konzertbesuch ist.

Die schnellste Läuferin bin ich immer noch nicht. Aber ich bin mit Sicherheit eine Läuferin, die für ihren Sport brennt. Und wenn ich Glück habe, laufe ich auch noch mit 100.

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Thomas

    HeRRlich… ehrlich, mit Witz, Charme und Esprit. So, wie ich dich in Erinnerung behalten habe: überraschend ehrlich – überraschend anders – und mit einer immensen inneren Energie.
    Du gehts deinen Weg, und durch das Laufen nun sogar ein wenig schneLLer.

    1. Andrea Kuschan

      Lieber Thomas,

      danke für deinen wunderbaren Kommentar. Ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat.
      Schon lustig, wie sich nach so langer Zeit unsere Wege wieder kreuzen. Ich hoffe, dir geht es gut.

      Ganz liebe Grüße
      Andrea

  2. Hanna

    Liebe Andrea,

    viele der Aspekte, die du über das Laufen geschrieben hast, kann ich so bestätigen. Mir hilft es auch sehr, um mal abzuschalten.
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag zu meiner Blogparade!

    liebe Grüße,
    Hanna

    1. Andrea Kuschan

      Liebe Hanna,

      es hat mich sehr gefreut, bei deiner Blogparade teilzunehmen. Vor allem die spannenden anderen Geschichten zu lesen, waren ein großes Vergnügen für mich.
      Ich will in der nächsten Zeit auch mal eine Blogparade organisieren. Ich fände es sehr toll, dich dabei zu haben.

      Liebe Grüße
      Andrea