Keine Lust auf Laufen- was du jetzt tun kannst
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  • Beitrag zuletzt geändert am:9. November 2021

Keine Lust auf Laufen – Es gibt immer wieder Zeiten, die unendlich viel Kraft kosten. An denen einfach jede Energie fehlt. Solltest du dann trotzdem dein Training durchziehen? Oder ist es besser, einen Gang rauszunehmen?

Laufen ist dein Ding. Es vergeht keine Woche, ohne dass du laufen warst. Natürlich mehr als einmal. Aber irgendwie läuft es in letzter Zeit nicht mehr so einfach. Immer öfter fehlt dir die Lust und die Energie.

Trotzdem hast du dich immer wieder überwunden und bist losgelaufen. Aber heute? Nee, heute geht nichts mehr.

Deine Beine fühlen sich wie Gummi an. Und müde bist du, so unsagbar müde. Du kannst dir gerade gar nicht vorstellen, auch nur einen Meter zu laufen?

Keine Lust auf Laufen – Du bist keine Maschine

Wir sind gewohnt, zu funktionieren. Gerade Sportler verlangen ihrem Körper viel ab. Das gilt nicht nur für den Profibereich. Viele Sportler haben dieses innere Bild von sich: Fit, stark und leistungsfähig.

Da passt das Gefühl der Energielosigkeit nicht dazu. Was wir oft vergessen: Wir sind nicht dazu gemacht, immerzu fit und aktiv zu sein.

Und wenn du immer wieder zu viel von dir forderst, gibt dein Körper irgendwann das Signal: Stopp, es reicht. Ich will nicht mehr.

Spätestens jetzt musst du auf deinen Körper hören. Lass dein Training ausfallen. Nicht nur heute. Gib dir ein paar Tage. Die Lust auf Sport kommt wieder, ganz sicher.

Das gilt vor allem, wenn du bereits ein richtiger Läufer bist. Das heißt, wenn das Laufen zu einer Gewohnheit geworden ist. Dann brauchst du dir auf keinen Fall Sorgen um deine Fitness zu machen.

Du bist noch nicht so lange als Läufer:in unterwegs? Auch dann kann eine Laufpause sinnvoll sein. Pass aber auf, sie nicht zu lang werden zu lassen. Sonst wird es immer schwerer, wieder zu beginnen.

Nach der Laufpause – So schaffst du den Neubeginn

Ein schlechter Tag – einfach abwarten und Tee trinken

Jeder von uns hat diese Tage:

Du stehst früh auf.

Obwohl eigentlich alles wie immer ist, spürst du die Last des langen Tages vor dir.

Manchmal geht auch gleich am morgen etwas schief.

Du vergisst den Schlüssel in der Wohnung. Die Tür ist zu, na super.

Oder dein Auto macht so komische Geräusche und du ahnst: Das wird teuer.

Du lässt dein Mittagessen zu Hause stehen und merkst es erst auf dem Arbeitsweg. Heute Kantinenessen? Och nö.

Oder fühlst du einfach nur müde und abgeschlagen?

Was also tun an solch einem rabenschwarzen Tag?

Abwarten

Die meisten blöden Tage gehen einfach so vorbei. Da müssen wir einfach durch. Wenn jeder Tag gleich toll wäre – du würdest dich wahrscheinlich langweilen. Vor allem würdest du die wirklich besonderen Tage gar nicht mehr erkennen.

Wenn sich also so ein doofer Tag anbahnt – Augen zu und durch. Vielleicht entdeckst du ja doch noch ein paarschöne Momente.

oder Tee trinken

Ohne Quatsch. Eine schöner Tee wärmt dich von innen und tut gut. Am besten hast du immer einen besonders leckeren Tee vorrätig. Probiere dich vorher durch die unzähligen Sorten. Wenn du einen besonders Guten gefunden hast, mach ihn zu deinem Tagesrettertee.

Ein paar leckere Nüsse helfen mir genauso gut. Da muss ich nur aufpassen, dass die nicht schon weg sind.

Langeweile ist doof – mach heut mal was anderes

Laufen geht heute nicht? Manchmal können wir uns einfach nicht zum Laufen aufraffen.

Keine Lust auf Laufen - auch mal was anderes machen
Keine Lust auf Laufen – mach mal was anderes

Vielleicht spürst du eine innere Abwehr, weil es langweilig geworden ist.

Dann mach doch etwas anderes.

Schnapp dir zum Beispiel dein Fahrrad schnappst und radel los. Das ist genauso gut für deine Ausdauer. Und es schont die Muskeln und Gelenke, die durchs Laufen immer stark belastet sind.

Nordic Walking ist ein anderer Tipp von mir. Langweilig? Und eher was für alte Leute!

Damit tust du diesem Sport Unrecht. Nordic Walking ist extrem effektiv und gesund. Dabei trainierst du 90 Prozent deiner Muskeln.

Wenn du es richtig machst, kann es mindestens genauso fordernd wie ein Lauftraining sein.

Wusstest du, dass der Finne Mauri Repo Nordic Walking als Trainingsmethode für das Sommertraining von Skiläufern bekannt gemacht hat?

Also von wegen nur für ältere und unsportliche Menschen…

Keine Lust auf Laufen – Einfach mal nix machen

Es gibt aber auch Tage, da geht nichts mehr.

Da kannst du dir absolut nicht vorstellen, noch einen Fuß vor die Tür zu setzen. Dein Körper zeigt dir ganz deutlich:

Stop, heute nicht mehr.

Dann ist es falsch, wenn du dich zwingst. Schalte ganz bewusst einen Gang zurück.

Mach dir die Musik an, die du jetzt brauchst. Leg dich hin. Mach nichts, gar nichts.
Heute ruhst du dich einfach aus. Weil du es brauchst.

Schlafen – mit dem Sandmännchen ins Bett

Wenn du dich kraftlos fühlst, hat das oft auch mit Schlafmangel zu tun. Viele Menschen schlafen einfach viel zu wenig.

Keine Lust auf Laufen - zeitig ins Bett
Wenn du so richtig durch bist – dann geh einfach mal zeitig schlafen

Anstatt einfach zeitig ins Bett zu gehen und noch ein bisschen zu lesen, schauen wir noch eine Folge mehr von der aktuellen Serie. Oder lassen uns von der x-ten Talkshow berieseln.

Dabei hören wir fremden Menschen zu, was sie so wichtiges zu sagen haben. Und verlernen dabei, uns selber zu zu hören.

Geh heute zeitig ins Bett. Freu dich auf deine warme Kuschelhöhle. Liess endlich das Buch, dass schon ewig auf dich wartet.

Und dann – Licht aus. Decke über die Ohren. Augen schließen. Herrlich.

Das Beste: Du verpasst absolut nichts.

Gutes Essen kochen – Bunt, lecker und gesund

Koch dir etwas ganz leckeres zu essen. Vielleicht denkst du jetzt an warme, weiche Spaghetti. Oder eine große, saftige Pizza?

Keine Lust auf Laufen - koch dir was schönes
Keine Lust auf Laufen – koch dir was Gutes

Dagegen spricht gar nichts. Aber noch besser ist Gemüse in jeder Form, je bunter desto besser.

Denn farbiges Gemüse macht nachweislich gute Laune. Wie wäre es im Winter mit einer cremigen Kürbissuppe? Oder im Sommer mit einer herrlichen bunten Gemüsepfanne.

Wenn du etwas Schönes für dich kochst, tust du ganz bewusst etwas für dich.

Das allein kann schon helfen, dich wieder besser zu fühlen. Und wenn es dann auch noch gesund ist, weißt du: Heute habe ich mir etwas Gutes getan.

Unwichtiges weglassen – spüren, was du brauchst

So viele Dinge müssen wir tun. Glauben wir zumindest. Aber ganz oft sind das unsere eigenen Erwartungen an uns selbst.

  • einen Kuchen backen für die Schule, die Arbeitskollegen – Nö, kannst du auch mal kaufen
  • Die Küche putzen – Nö, das reicht morgen auch noch
  • Die Wohnung aufräumen, weil eine Freundin vorbeikommt – Nö die merkt das wahrscheinlich nicht einmal. Und die beste Freundin mag dich auch, wenn die Wohnung ein “Saustall” ist
  • Überstunden machen, damit der Chef uns toll findet – Nö, nö, nö. Das tut er nicht aus diesem Grund. Lass es einfach und geh nach Hause
  • ein anstrengendes Training (weil es im Plan steht), obwohl du lieber ganz entspannt laufen willst – Geh es heute ruhig an. Slow Jogging liegt eh im Trend

Keine Lust auf Laufen? Spazieren ist auch Laufen – nur langsamer

Eine wunderbare Sache, dieses Spazieren gehen. Wird nur häufig unterschätzt.

Wenn wir am Wochende unsere langen Runden drehen, sehen wir so wenige Menschen draußen. Dabei hat das einfache “vor sich hingehen” so viele Vorteile:

  • Du vergisst deine Sorgen
  • dein Stoffwechsel kommt in Schwung, ohne das du dich überforderst
  • du wirst angenehm müde
  • beim Laufen und Reden lösen sich viele Probleme in Luft auf
  • Beim Spazieren bekommst du neue Energie

Wenn du also keine Energie für Sport hast, kannst du dich vielleicht noch für einen kleinen Abendspaziergang motivieren.

Bei mir reicht es an manchen Tagen auch nicht zu mehr. Aber nach einer Runde an der frischen Luft geht es mir meistens wieder gut.

Warum die schweren Tage gut für dich sind

Versuche wirklich zu erkennen, was du an schwachen Tagen brauchst.

In unserer Zeit sind wir immer auf Leistung programmiert. Wer aber bestimmt denn, wieviel wir schaffen müssen? Wer entscheidet, was du heute noch alles machen musst?

Das bist eigentlich nur du. Ein Tag, an dem es dir nicht gut geht, kann sogar hilfreich sein.

Achtest du dann gut auf dich, wird es weniger wahrscheinlich, dass aus einem Tag mehrere werden.

Meine 3 schnellen Hilfen, wenn ich mich kraftlos fühle

Was ich konkret mache, wenn es mir so geht? Neben den bereits genannten Tipps tue ich je nach Lust und Laune folgendes:

Komplette Sportpause – ganz konsequent nichts tun

Wenn ich mich so richtig schlapp fühle, streiche ich meine Laufrunde. Denn manchmal ist auch ein Übertraining schuld an der fehlenden Kraft.

Manchmal lauert auch eine Erkältung. Da ich weiß, dass bei mir spätestens nach zwei Tagen die Unruhe zu groß ist, habe ich auch keine Angst, den Sport mal ausfallen zu lassen.

Ich sage dann auch eine Verabredung ab. Verspreche aber hoch und heilig, diese nachzuholen. Das klappt auch fast immer.

Was ich stattdessen oft tue: Ich lege mich auf meine Yogamatte

Yoga ohne Ansagen – machen, was der Körper will

Ich liebe Yoga. Am meisten mag ich die kraftvollen Übungen, die meinen verspannten Körper so richtig durchdehnen.

Am liebsten mache ich Yoga zu Hause. Entweder mit Youtube Videos oder mit meiner Yoga App.

Aber wenn ich so richtig durch bin, mache ich Yoga ohne Anleitung. Ich zünde mir eine Kerze an und suche ganz ruhige, entspannende Musik raus.

Dann lege ich mich einfach auf meine Matte und versuche zu spüren, was mir jetzt gut tut. Ganz oft ist das die Haltung des Kindes. Aber auch die Katze / Kuh, die verschiedenen Drehungen oder der Pflug (meine Lieblingsübung). Ohne feste Reihenfolge dehne ich auf diese Weise meinen gesamten Körper. Bereits nach einer halben Stunde fühle ich mich erholter und wieder besser drauf.

Mittagsschlaf – geht auch mal um 17:00 Uhr

Am besten wäre es, wenn wir jeden Tag ein Mittagsschläfchen machen könnten. Doch soweit sind wir in Deutschland noch lange nicht.

Am Wochenende hingegen mache ich sehr gern für ca. 10 Minuten einen sogenannten Powernap.

Länger braucht es nicht, um wieder fit zu sein.

Doch wie sieht es in der Woche, nach einem 8-Stunden Tag aus? Da ist es doch oft viele zu spät, um sich hinzulegen, oder?

Dachte ich immer. Bis mir meine Freundin mal sagte: “Ich hau mich hin, wenn ich müde bin. Egal wie spät es ist”.

Wenn ich jetzt nach einem ätzenden Tag hundemüde nach Hause komme, lege ich mich einfach kurz ins Bett.

Das tut wirklich gut. Einschlafen kann ich am Abend trotzdem gut.

Das tiefe Vertrauen – es gibt auch wieder bessere Zeiten

Was mich aber am meisten durch die schwachen Tage bringt, ist die Gewissheit, dass es wieder besser wird. Und selbst wenn ich müde und traurig bin: Morgen oder übermorgen geht es wieder besser.

Deine Motivation zum Laufen hat sich schon vor Tagen winkend von dir verabschiedet? Du hast schon das Gefühl, eine Ewigkeit “nichts” mehr gemacht zu haben?

Dann hol dir deine Motivation zurück. Und schick deinen inneren Schweinhund auf die stille Treppe:

Den inneren Schweinehund zähmen – die 10 besten Tipps

Und wenn nicht? Dann muss sich etwas ändern

Sollten sich die harten Tage aber häufen, dann weiß ich: Ich muss etwas ändern.

Etwas, dass nicht mit einer Tasse Tee und einer Runde Schlaf erledigt ist.

Wenn das bei dir der Fall ist, dann kümmere dich darum.

Überlege, was dich so fertig macht. Lass dir dabei helfen. Entweder von deiner Familie oder deinen Freunden. Oder aber auch von einem Arzt oder einer Ärztin, dem/der du vertraust.

Vor allem aber:

  • Kümmere dich um dich.
  • Sei lieb zu dir.
  • Umarme dich.
  • Und hol dir deine Kraft zurück.

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    Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

    1. Sophie

      Ein Aufruf zu mehr Achtsamkeit. Das finde ich ganz wunderbar! Herzliche Grüße, Sophie 🙂

      1. Andrea Kuschan

        Liebe Sophie,

        vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ja, Achtsamkeit und das Augenmerk auf die schönen Dinge hilft uns gerade jetzt. Und es gibt sie überall, die schönen Momente und Begegnungen. Wir müssen sie nur zulassen.

        Ganz liebe Grüße zurück
        Deine Lauffreundind