Fasten und Laufen – Warum das eine super Idee ist

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  • Beitrag zuletzt geändert am:8. Oktober 2021

Fasten und laufen – wie kann das zusammenpassen? Als Läufer:innen brauchen wir doch ausreichend Energie? Und die am besten aus vollwertigen Lebensmitteln. Und ist es nicht sogar gefährlich, dieses Fasten? Da baut man doch Muskeln ab, oder?

Warum ich immer wieder faste – mein ganz persönlicher Zauber?

Ich habe es wieder getan. Schon zum 4. Mal. Ich habe eine Woche gefastet. Und dieses Mal habe ich sooo sehr darauf gefreut.

Warum, fragst du dich jetzt vielleicht. Warum zum Kuckuck freut die sich so auf eine Woche nichts essen.

Ich will es dir erklären:

  1. In einer Woche fasten nehme ich ca. 3 – 4 Kilogramm ab. Und habe dann wieder mein persönliches Wohlfühlgewicht. Zack. In einer Woche!!! Deshalb passt Fasten und Laufen für mich auch super zusammen.
  2. Ich genieße es, eine Woche nur für mich da zu sein. Man soll nämlich während der Fastenzeit nur das machen, was einem gefällt. Und dazu viel schlafen, spazieren gehen, lesen, nix machen. Da bin ich konsequent, das kann ich alles sehr gut. Bingo.
  3. Ich entwickle neue Ideen. Wirklich. Dieser Blog ist vor einem Jahr entstanden. Während meiner Fastenwoche.
  4. Ich bin friedlicher und nachsichtiger. Mit meinen Mitmenschen. Einfach ein Stück weit relaxter. Ich hoffe, mein Mann kann das bestätigen.
  5. Ich WEISS, dass ich ohne feste Nahrung leben kann. Und dass ich Durchhalten kann. Das bringt enorm viel fürs Selbstbewusstsein. Yeah
  6. Ich genieße danach meine Nahrung tausendmal mehr als vorher. Oh, wie gut Brot riecht. Und dann dieser unvergleichliche Geschmack. Von wegen: Heute gibts nur Stulle. Mensch, das ist ein Festessen!
  7. Ich brauche mir eine Woche keine Gedanken ums Essen machen. Kein: Was ess ich heute mittag, was heute abend. Und wann. Zeit, um an anderes zu denken.
  8. Ich habe eine Woche keinen Hunger. Ehrlich. Nur ein hohles Gefühl im Bauch. Aber das ist kein Hunger.
  9. Ich liebe das Gefühl, wie neugeboren zu sein. Haut ist besser. Schlaf ist besser. Meine eigentlich immer gute Laune ist noch besser. Nach einer Woche fühle ich mich so LEBENDIG.

Was bringt das Fasten überhaupt für einen Mehrwert?

Ich habe es in meinen Gründen ja schon angedeutet. Fasten ist für eine Menge von Dingen gut. Ich will es jetzt aber ein bisschen “wissenschaftlicher” formulieren.

1. Abnehmen

Fasten ist eine schnelle und angenehme Möglichkeit um Gewicht zu verlieren. Männer verlieren in der Regel mehr Gewicht in dieser Zeit als Frauen. Im Durchschnitt verabschieden sich bei einem Mann 4 Kilo bei einer 5-tägigen Fastenwoche. Bei einer Frau sind es 3 Kilogramm.

Kleiner Trost, Mädels: Die Männer nehmen in der Regel danach wieder schneller zu.

2. Raus aus dem Zuviel

Es geht sicher jedem so von uns: Wir haben von allem zu viel.

Zu viel Stress, zu viel zu tun, zu viel zu essen. Unsere Welt ist sehr konsumbezogen geworden. Ich kauf mir was (oder ich bestell mir was) – für viele die neue Glückseligkeit.

Nur versinken wir in all dem Haben und Haben wollen. Wir brauchen eigentlich so wenig. In der Fastenzeit besinnt man sich leichter auf die Dinge, die wichtig sind.

Und merken vielleicht: Ich will nicht mehr so viel arbeiten. Weil ich gar nicht so viel zu meinem Glück benötige.

3. Entgiftung in Turbozeit

Du nimmst während einer Fastenwoche nur Gemüsebrühe, verdünnten Saft sowie Tee und Wasser zu dir.

Dafür keinen Kaffee, kein Alkohol, kein Fast Food oder anderen Fertigkrams, keine Süßigkeiten, null Zucker, keine tierischen Lebensmittel. Keine Kopfschmerztabletten.

Eigentlich klar, warum das eine Entlastung für deinen Körper ist, oder?

Außerdem wird beim Fasten die Darmflora neu aufgebaut. Schädliche Bakterienstämme werden hinausgeworfen, damit neue, gute bei dir einziehen können.

Für viele Menschen ist Fasten auch die Chanec, sich von Medikamenten, Alkohol und Zigaretten zu lösen.

4. Straffere Haut und Bindegewebe

Fasten reinigt deine Haut und strafft dein Bindegewebe. Denn in dieser Woche des Verzichts wird dein Gewebe entstaut und Verschlackungen werden gelöst.

Alles, was du so über die Jahre angesammelt hast, wird weggespült.

5. Midlife-Crisis und Wechseljahre

Ja, irgendwann trifft es dich auch. Als Mann ist es vielleicht die Midlife-Crisis. Für uns Frauen sind es die Wechseljahre. Mit regelmäßigem Fasten kannst du diese turbulenten Zeiten besser überstehen.

Noch viel mehr als das: Fasten hilft dir, deine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten.

6. frühe Hilfe bei ernsten Krankheiten

Bei unzähligen Krankheiten kann Heilfasten helfen. Das sind unter anderem

  • Fettsucht
  • Diabetes
  • Gicht
  • Fettleber
  • Bluthochdruck
  • verschieden Formen des Rheumas
  • chronische Hauterkrankungen
  • Migräne

Auch bei Suchterkrankungen kann Heilfasten die entscheidende Wende geben.

Ganz wichtig hier: Als Kranker solltest du niemals ohne ärztliche Aufsicht fasten. Das Heilfasten zu Hause oder auf einer Fastenreise ist Heilfasten für Gesunde. Wenn du erkrankt bist, ist das Fasten in einer Fastenklinik die richtige Option.

Bringt Fasten auch Vorteile speziell für Läufer?

Fakt ist: Du verlierst ein paar Pfunde. Dabei geht es nicht darum, so dünn wie möglich zu sein. Aber ein “zu Viel” auf den Hüften schleppen wir auf jedem Laufkilometer zusätzlich mit.

Klar, einfach gar nicht erst zuzunehmen wäre die beste Lösung. Leider ist es das nicht immer so einfach. Viele Läufer:innen sind ja erst deshalb zum Laufen gekommen, weil sie ihr Übergewicht loswerden wollen.

Warum laufen wir? Damit wir (mehr) essen können

Das ist ein häufiger Spruch von Läufern. Zugegeben, auch von mir. Und da geht es eben auch schnell mal, dass es ein, zwei Kilo mehr auf der Waage werden.

Weil wir gerne essen. Und gerne Naschen. Manchmal auch ein (oder zwei) Gläschen Rotwein genießen.

Bei mir passiert das auch immer wieder. Und leider habe ich es auch noch nicht geschafft, das ganze Jahr über konsequent zu bleiben. Zum Beispiel in stressigen Zeiten. Oder bei Langeweile. Das futtere ich sehr gern Nüsse (Sind ja so gesund!) und Schokolade (Die dunkle, klar. Die ist ja wirklich mega gesund!).

Wenn du 2 Mal pro Jahr eine Woche fastest, hast du dein Gewicht im Griff. Das heißt nicht, dass du dazwischen so viel essen kannst, wie du willst. Es ist eher so, dass du durch den Restart wieder zu einem gesunden Essverhalten findest.

Du bist einfach mit weniger Essen und weniger Zucker zufrieden.

Und was hilft das jetzt uns Läufer:innen?

Eine Menge.

  1. Wusstest du, dass dich jedes überflüssige Kilo langsamer macht? Ich habe dazu mal einen ganz interessanten Artikel bei dem bekannten Lauftrainer Peter Greif gelesen. Darin beschreibt er, dass schon 1 Kilogramm weniger eine enorme Zeitverbesserung bringt. Zitat: “1 kg weniger bringt über 10 km etwa 30 sec, über HM eine Minute und im Marathon 2 min Zeitreduktion.” Und das ohne zusätzliches Training! (Leistungsverbesserung über Gewichtsreduzierung ist leichter als über Training).
  2. Weniger Gewicht heißt auch weniger Belastung für deine Gelenke, Sehnen und Bänder. Beim Aufprall auf den Boden wirkt bei jedem Schritt das 2- bis 3-Fache deines Körpergewichts auf deine Strukturen. Bei einem Gewichtsverlust von 3 Kilogramm sind das also 6 bis 9 Kilo weniger.

Fasten und laufen – Baut man da nicht Muskeln ab?

Fasten und Laufen - In der Ruhe liegt die Kraft
Fasten und auch mal nichts tun. Nicht mal laufen – das ist auch schön

Wenn du es richtig angehst, baust du keine Muskeln ab. Ganz wichtig ist es, beim Fasten weiter in Bewegung zu bleiben. Dein Körper hat genug Eiweißreserven, um Muskeln aufzubauen.

Wenn du dagegen nur im Bett oder auf der Couch liegst, wirst du unweigerlich Muskeln abbauen. Aber das hat würde auch ohne Fasten passieren.

Welche Art von Bewegung du machst, ist egal. Wandern, spazieren gehen, Fahrrad fahren sind super gut für die Fastenzeit geeignet. Sie kräftigen sanft, ohne zu sehr anzustrengen. Auch Yoga ist wunderbar für die Fasenwoche. Vielleicht fängst du in dieser Zeit einmal an, Yoga zu praktizieren?

Kann man während der Fastenwoche Laufen gehen?

Und wie ist es mit unserem Lieblingssport? Ja, du kannst laufen gehen. Für dich als Läufer:in ist es überhaupt kein Problem, weiter zu laufen.

Sogar die, die noch nicht laufen, können in dieser Zeit ins Laufen einsteigen. Du bist noch nicht dabei und willst es aber endlich schaffen? Dann hol dir meinen Laufplan für Anfänger:

Ob du so wie gewohnt laufen kannst, ist die Frage. Das sieht bei jedem wahrscheinlich anders aus. Ich bin in dieser Woche zweimal gelaufen.

Es fühlte sich sehr schwer an und mein Puls war höher als sonst. Deshalb bin ich einfach sehr langsam gelaufen.

Fasten und Laufen – Ist auch ein Wettkampf möglich?

Ich selber würde keine Wettkämpfe in meiner Fastenwoche absolvieren. Ich würde es dir auch nicht empfehlen. Denn gerade während des Fastens sind wir ja ein ganzes Stück weg von diesem Leistungsgedanken.

Lass dir die Wettkämpfe für die Zeit danach. Denn dann wirst du auf jedem Fall von dieser Zeit profitieren. Vielleicht läufst du dann sogar deine persönliche Bestzeit?

Ist das Gewicht danach nicht in nullkommanix wieder drauf?

Das kommt ganz auf dich an. Wenn du du nach dem Fasten einfach wieder weitermachst wie vorher, hast du die Pfunde schneller drauf als du gucken kannst.

Wenig ist oft genug

Aber du hast ja in dieser Woche gelernt, mit wie wenig Nahrung du auskommen kannst. In den Aufbautagen nach dem Fasten fängst du mit ganz kleine Portionen wieder an zu essen.

Bleib bei kleinen Mengen. Und nimm dir ein paar Gewohnheiten in den Alltag mit. Ich habe während dieser Woche kaum Fernsehen geschaut. Und wieder einmal festgestellt. Das fehlt mir überhaupt nicht.

Fernsehen oder Netflix – die schlimmen Verführer

Meist schaue ich nämlich nur fern, weil es gemütlich ist und ich dabei naschen kann (oder Naschen will). Du weißt schon, abends, nach der Arbeit… Gemütlich auf die Couch und Schoki oder Nüsschen dazu. Schon schön. Aber eben auch meine Gewichtsfalle.

Deshalb nehme ich mir vor: kein Fernsehen -> kein Naschen. Mit Ausnahme: Freitag und Sonntag. So als Cheat Day. Denn immer nur vernünftig schaff ich eh nicht.

Ein halbes Jahr gut gewappnet

Damit komme ich sicher ein halbes Jahr gut hin. Herausfordernd wird die Weihnachtszeit. Aber bis dahin ist es nicht mehr weit. Da hält meine neue Stärke sicher noch.

Also keine Angst vor dem Jo-Jo-Effekt. Bleib bei deinen neuen Essgewohnheiten: Wenig oder besser kein Fleisch und keine Wurst (ach ja, der Vegetarier in mir spricht), wenig Zucker, wenig Alkohol. Dazu kleine Portionen und frisch gekochtes, leckeres Essen.

Fasten und Laufen – Probier es doch einfach mal aus

Fasten und Laufen - Das einfache wieder schätzen
Ein Apfel kann so köstlich sein

Hast du jetzt Lust bekommen, auch einmal zu fasten. Je nach Typ hast du verschiedene Möglichkeiten.

Fasten in der Gruppe

Bist du eher der vorsichtige Typ bist, der lieber mit Anleitung fasten will. Oder findest zu Hause nicht die nötige Ruhe. Dann empfehle ich dir eine Fastenreise www.fasten-wander-zentrale.de.

Hier bekommst du sachkundige Unterstützung, fastest mit Gleichgesinnten und bekommst zusätzlich Angebote wie Wandern, Yoga oder Radfahren.

Sicherlich eine schöne Sache, kostet aber auch was. Ab ca. 500 Euro bist du dabei. Wenn du also lieber mit anderen fastest, mach es.

Mich schreckt hier ein wenig die Vorstellung von Gesprächen über “innere Vorgänge und geistige Erhellung” ab. Und das ich nicht machen kann, was ich will.

Fasten unter ärztlicher Aufsicht

Leidest du unter Vorerkrankungen oder hast mehr als ein paar Pfunde zu viel mit dir zu tragen. Dann wäre eine Fastenklinik eine tolle Option Beispiel: www.falkenstein-klinik.de.

Hier wird es dann aber auch richtig teuer. Ab 1500,- Euro kannst du unter ärztlicher Aufsicht fasten. Bekommst aber auch ein rundum sorglos Paket. Ich habe schon oft überlegt, das einfach mal zu probieren. So mal richtig umsorgt werden, schon eine schöne Vorstellung…

Fasten zu Hause

Oder bist du eher der Typ “Selbst ist die Frau/der Mann”? Dann mach es wie ich. Plan dir am besten eine Woche frei ein. Nach meinen Erfahrungen fastet es sich neben der Arbeit ungleich schwerer.

Ich kann dir zur Unterstützung vor allem das Buch “Wie neugeboren durch Heilfasten” von Dr. Hellmut Lützner empfehlen. Es begleitet mich seit meiner ersten Fastenzeit.

Zusätzlich finde ich die Facebookgruppe Fasten/Heilfasten nach Dr. Buchinger/Original sehr hilfreich.

Und du kannst natürlich mich fragen. Ein bisschen kenn ich mich ja jetzt schon aus.

Hier findest du meine anderen Artikel zum Fasten:

Heilfasten zu Hause – zurück zur Leichtigkeit

Mein Fastentagebuch – komm mit auf die Reise

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