Den inneren Schweinehund zähmen – die 10 besten Tipps

Inneren Schweinhund besiegen - die 10 besten Tipps um daueraft motiviert zu sein
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  • Beitrag zuletzt geändert am:19. August 2021

Den inneren Schweinehund zähmen – leichter gesagt als gemacht. Und doch gibt es effektive Methoden und Tricks, um deinen inneren Schweinehund zu besiegen. Wenn du die kennst, wird es dir leicht fallen, dein Training regelmäßig durchzuführen und dauerhaft motiviert zu bleiben.

Jeder von uns kennt ihn. Aber so richtig leiden kann ihn niemand – den inneren Schweinehund. Sicher kommt dir die folgende Situation bekannt vor:

Du kommst etwas müde von der Arbeit nach Hause. Und wer sitzt da vor deiner Wohnungstür? Es ist ein alter Bekannter, der innere Schweinhund.

Gerade bist du noch fest überzeugt gewesen, in deine Laufsachen zu schlüpfen und zu einem super Lauf nach draußen vor die Tür zu gehen.

Du kommst also die Treppe hoch, die Hände voll mit Einkaufsbeuteln. Und da sitzt er nun, jault und will mit rein.

Er quasselt dir die ganze Zeit ins Ohr: Komm schon. Heute nicht mehr. Schau, wie ungemütlich es draußen ist. Und müde siehst du auch aus. Außerdem soll es morgen schöneres Wetter geben, da wäre es doch viel besser, laufen zu gehen.

Dein Wille beginnt zu schwächeln. Und am Ende gibst du nach. Aber du ärgerst dich, weil du dir das Training wirklich festvorgenommen hattest.

Um dich das nächste Mal gegen den kleinen Motivationskiller durchzusetzen, habe ich hier meine 10 besten Tipps für dich. Am besten, du probierst gleich mal den einen oder anderen Vorschlag aus.

Tipp 1 – Schalte auf Autopilot

Autopilot
Photo by cosmindoro from Pexels

Das ist mein Erfolgstipp, denn er ist jahrelang von mir erprobt. Sobald ich merke, dass sich eine leichte Unlust auf mein Training ausbreiten will, schalte ich auf meinen Autopiloten. Dadurch blende ich die Gedanken, die mich vom Training abhalten wollen, bewusst aus.

Wenn du das ausprobieren willst, gehe nach folgendem Schema vor:

  1. Gehe zu deinem Kleiderschrank.
  2. Hole dir deine Laufhose, deinen Lauf-BH, deine Oberteile, die Jacke und alle anderen Laufklamotten der aktuellen Jahreszeit raus.
  3. Lege diese aufs Bett (Couch, Stuhl geht auch).
  4. Zieh dich aus.
  5. Zieh die Laufhose an. Meist habe ich es jetzt schon geschafft. Witzigerweise löst bei mir das Anziehen einer Laufhose den Wunsch aus, sofort Laufen zu gehen.
  6. Die anderen Klamotten nicht vergessen.
  7. Schlüssel einstecken, Laufuhr umschnallen, Schuhe anziehen.
  8. Den Lauf und das Gefühl der inneren Stärke genießen.

Tipp 2 – Verabrede dich zum laufen

Laufen mit Freunden

Dieser Tipp funktioniert hervorragend, um deinen inneren Schweinehund auf die stille Treppe zu schicken.

Verabrede dich fest mit einem Freund oder einer Freundin zu einem gemeinsamen Lauf.

Entweder ihr legt einen wiederkehrenden Termin fest. Oder ihr verabredet euch von Woche zu Woche.

Ich finde es angenehmer, sich jedes Mal neu zu verabreden. Das mag an meiner inneren Einstellung liegen. Mir sind feste Termine irgendwie zuwider. Ich kann es nicht leiden, immer an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Zeit verplant zu sein. Vielleicht mag ich einfach das Gefühl von Freiheit.

Außerdem kann ich so leichter die aktuellen Anforderungen meines Alltags unter einen Hut bringen. Wenn einer der Lauffreunde in Schichten arbeitet, geht es ja gar nicht anders. Auch mit Kindern ist das flexible System das bessere.

Wenn du aber gerade diese Verbindlichkeit und Regelmäßigkeit brauchst und deine Laufbegleitung auch – perfekt. Lauft zum Beispiel immer an einem Dienstag um 17:00 Uhr.

Was aber wichtig ist – ein einmal verabredeter Lauf wird nur im äußersten Notfall abgesagt. Das wäre zum Beispiel Krankheit, extremer Ärger in der Familie oder eine chaotische Wetterlage.

Massive Unlust ist absolut undiskutabel. Auch bei Regenwetter, Schnee oder Hitze solltest du nicht absagen.

Klar kann die Verschiebung des Termins auf eine andere Uhrzeit oder einen anderen Tag eine Lösung sein. Versucht den Lauf aber dennoch in derselben Woche zu machen.

Je öfter der Termin verschoben wird, desto weniger Lust habt ihr beide, überhaupt gemeinsam zu laufen.

Tipp 3 – Laufe nach einem Plan

Trainingsplan für Laufanfänger
Hol dir meinen Plan für Laufeinsteiger

Ein Plan ist eine sehr gute Möglichkeit um Verbindlichkeit zu schaffen. Ein Laufplan, sei es ein selbst erstellter, ein kostenloser oder sogar ein gekaufter Laufplan gibt deinem Training Struktur.

Ich empfehle dir, deinen Laufplan auszudrucken und sichtbar aufzuhängen. Am besten in der Küche. Da bist du jeden Tag mehrmals und hast immer wieder dein Ziel vor Augen.

Hast du einen Lauf aus deinem Plan absolviert, mach einen Haken auf deinem Plan. Oder kauf dir bunte Sticker und markiere damit deinen Erfolg.

Du kannst auch deine gelaufene Strecke und dein Tempo in deinem Plan eintragen. Damit visualisierst du deinen Erfolg. Und das macht dich stark.

Du hast noch keinen Plan? Dann hol dir doch einfach meinen ersten Plan für Laufeinsteiger. Oder schau mal hier.

Tipp 4 – Finde dein großes Ziel

Ein großes Ziel - der Marathon

Wir sind immer nach der Suche nach neuen Zielen. Denn ein gutes Ziel macht Hoffnung, erfüllt uns mit Freude und macht uns glücklich.

Du solltest dir dabei immer ein machbares Ziel setzen, dass dich aber dennoch herausfordert. Wenn du gerade mit dem Laufen begonnen hast, ist das Ziel “in 3 Monaten einen Marathon finishen” einfach mal 3 Nummern zu groß. An solch einem Ziel wirst du zwangsläufig scheitern.

Wenn du dir aber das Ziel setzt, in 4 Monaten an deinem ersten Wettkampf über 5 Kilometer teilzunehmen, beim Firmenlauf zu starten oder bei einem Frauenlauf zusammen mit deinen Freundinnen die Ziellinie zu überqueren – dann kannst du mit großer Wahrscheinlichkeit dein Ziel erreichen.

Hast du dir ein tolles Ziel ausgedacht, leg den genauen Termin fest, wann du es ereichen willst. Suche dir zum Beispiel einen Wettkampf, der in 3 -4 Monaten stattfindet. Das ist dein neuer Fixstern am Himmel.

Visualisiere immer wieder, am besten jeden Tag, wie es sein wird, an diesem Tag zu laufen. Stell dir die Menschen vor, die mit dir laufen, die Zuschauer, die dich anfeuern. Druck dir ein Bild von der Medaille aus, die du bekommen wirst. Häng es neben deinen Plan. Kurz, mache alles, dass dieses Ziel zu einem Bestandteil für dich wird.

Mein großes Ziel im letzten Jahr: meinen ersten Marathon laufen. Weil ich dieses Ziel unbedingt erreichen wollte, habe ich hart trainiert. Und mein Ziel am Ende glücklich und stolz erreicht. Mit solch einem Ziel lässt du deinen inneren Schweinehund ganz brav an deiner Seite mitlaufen.

Glücklich im Ziel
Mein erster Marathon – Ich bin jetzt auch ein Finisher

Tipp 5 – Belohne dich für dein Training

Eine tolle Belohnung
Foto von Andrea Piacquadio von Pexels

Wie wäre es, wenn du dir für bestimmte Etappen eine Belohnung schenkst. Am besten legst du dir diese Etappen vorher fest. Das können 6 Wochen Lauftraining sein, die du durchgehalten hast. Oder wenn du den Winter durchgelaufen bist. Ein komplett eingehaltener Laufplan wäre auch so ein Ziel. Schreib dir doch einfach in den Plan, was es als Belohnung gibt.

Was wäre für dich eine Belohnung? Ich denke da an ein tolles Buch, ein Kino-Besuch. Oder ein paar Stunden in der Therme. Vielleicht sogra mit einer Massage. Oder du leistest dir ein neues Laufassesoioure wie zum Beispiel Kompressionstrümpfe, ein schickes Lauftuch oder ein schönes T-Shirt.

Nach einem Jahr Training kannst du dir ja eventuell endlich die neue Laufuhr gönnen.

Wie wäre es, wenn du pro gelaufenen Kilometer 50 Cent oder 1 Euro in eine Spardose packst. Nach einem Jahr machst du die auf und erfüllst dir davon einen Herzenswünsch. Ich denke, der eine oder andere Kilometer mehr ist dann durchaus drin.

Und mit soviel Motivation kannst du auch deinen inneren Schweinehund zum Schoßhündchen erziehen.

Tipp 6 – Melde dich bei einem Lauftreff oder Laufverein an

Ein Laufverein - zusammen gegen den inneren Schweinehund
Mein Laufverein – zusammen gegen den inneren Schweinehund

Laufen in einem Laufverein macht verdammt viel Spaß. Hier findest du Gleichgesinnte, mit denen du ewig über euere gemeinsames Hobby quatschen könnt. Als Anfänger findest du bei den alten Hasen bestimmt viele, die dir gerne Tipps geben. Aber auch als erfahrener Läufer profitierst du enorm von der Gemeinschaft.

Oft ist es so, dass die Gruppe gemeinsam zu Wettkämpfen fährt. Das macht viel mehr Spaß als allein bei einer Veranstaltung zu laufen. Am Start wünschen sich alle viel Glück, eine letzte Umarmung und dann fällt der Startschuss.

Unterwegs kann es sein, das dich ein Läufer aus deinem Verein “mitzieht”. Und im Ziel beglückwünschen sich alle und erzaählen einander, wie es war. Es gibt Trost bei Niederlagen und Jubelrufe bei Platzierungen. Ich sag dir, das ist einfach unbeschreiblich und ein Erlebnis für sich.

Ein Laufverein motiviert dich auch, dabei zu bleiben. Wenn du ein paar mal nicht zum Training erscheinst, findet sich immer jemand, der nachfragt. Wenn du Mitglied in einem Lauftreff bist, kannst du dich eben nicht so leicht vor dem Training drücken.

Tipp 7 – Erstell dir eine Lieblingsplaylist fürs Laufen

Mit Musik den inneren Schweinehund überlisten
Foto von Andrea Piacquadio von Pexels

Es gibt ja verschiedene Meinungen zum Thema “Laufen mit Musik”. Mein alter Trainer war zum Beispiel ein totaler Gegner davon. Es war den Läufern in unserem Verein wirklich verboten, mit Kopfhörern bei einem Wettkampf zu laufen.

Jetzt sind wir da lockerer, aber ich denke, bei einem Wettkampf auf kürzeren Distanzen ist es einfach schöner, ohne Musik zu laufen.

Aber es gibt Tage, da motiviert mich einzig und allein meine Lieblingsmusik. Habe ich also mal nicht so recht Lust auf den geplanten Lauf, stecke ich mir meinen MP3-Player ein. Schon beim Anziehen der Laufschuhe stecke ich mir die Kopfhörer auf und bin dann schon motiviert.

Brauchst du etwas Inspiartion für die passenden Songs? Hier findest du die besten 20 Songs zum Laufen.

Mit der richtigen Musik gibst du deinem inneren Schweinehund also keine Chance.

Tipp 8 – Erzähle deinen Kollegen von deinen Plänen

Den inneren Schweinhund besiegen. Erzähle deinen Kollegen von deeinen Laufplänen
Foto von fauxels von Pexels

Du willst nach der Arbeit laufen gehen? Erzähl doch deinen Kollegen davon. Das muss keine ausufernde Geschichte sein. “Ich will heute noch Laufen gehen. Mal sehen, es werden wohl 10 Kilometer”. Von den meisten wirst du sicher Annerkennung bekommen.

Sicher ist: Sie fragen sicher am nächsten Tag, wie es war. Da kannst du ja nicht einfach kneifen. Wie sieht das denn aus.

Du wirst also dein Training durchziehen und kannst am nächsten Tag stolz von deinem Erfolg berichten. “Ja, klar, es war schon kalt. Und dieser hässliche Wind. Das kostet Kraft. Aber als echte Läuferin schaffe ich das” – Dieses Gefühl, wenn du das sagen kannst.

Tipp 9 – Denk an die tollen Fotos, die du nach dem Training posten kannst

Tolle Fotos für Facebook und Instagram
Tolle Fotos für Facebook und Instagram

Es klingt komisch, aber auch das motiviert mich manchmal zu einem Lauf. Ich überlege mir dann schon vorher, wo ich den ein tolles Foto machen könnte. Und denke mir auch verschiedene Texte dazu aus.

Dadurch programmiere ich meinen Kopf bereits auf das Laufen. Im Grunde ist das ja auch eine kleine Belohnung. Denn wenn du ein Foto auf Facebook oder Instagramm posten kannst – das macht Spaß. Und vielleicht auch meinem kleinen Freund, den inneren Schweinehund.

Das alles klappt nicht – schraub für heute deine Ansprüche herunter

Du bist wirklich müde, der Tag war ungewöhnlich anstrengend? Oder du hast den ganzen Tag bereits Kopfschmerzen? Kündigt sich da eine Erkältung an? Es gibt Momente, an denen du auf deinen inneren Schweinehund hören solltest, um dich vor Überlastung schützen.

Denn dann ist es klug, dem inneren Schweinhund nachzugeben. Vielleicht kannst du ja ein kleines Abkommen aushandeln. Das könnte so aussehen:

“Ich gehe laufen. Aber nur ganz langsam und gemütlich. Das Intervalltraining mach ich dann stattdessen am Donnerstag”

“Laufen lass ich heute, aber dafür gehe ich mindestens eine Stunde spazieren. Die frische Luft wird mir guttun”

“Ich bin wirklich fertig. Ich gehe nur noch in die Wanne, Abendessen und ins Bett. Dann bin ich morgen ausgeschlafen und fit für mein Training”

Wenn du wieder fit bist, hast du auch wieder genügend Energie, um deinem inneren Schweinhund die kalte Schulter zu zeigen.

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