80 20 Regel - auf dem Bild siehst du mich am Fenster beim tee trinken
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  • Beitrag zuletzt geändert am:28. Juli 2022
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Die 80 20 Regel ist ein geniales und universelles Prinzip. Wenn du diese auch als Pareto-Prinzip bekannte Regel einsetzt, werden dir so viele Dinge im Leben leichter fallen. Nicht nur in der Schule oder im Job kommst du mit 80 20 super gut durchs Leben. Sie ist auch auf Sport, Ernährung und Freizeit anwendbar. Sogar für dein Lauftraining kannst sie einsetzen und das Maximum aus deinem Training herausholen.

Wann gibst du mehr als erwartet? Und ist das auch klug?

Blognacht. Die letzte dieses Jahr. Da mach ich mit. Egal, wie müde ich bin. Ich bin eher die Lerche als die Nachtigall.

Tatendurstig und schreiblustig warte ich auf die Aufgabe von heute. Na, komm schon Anna, sag das Thema an. Gib mir den Schreibimpuls. Gespannt starre ich auf meinen Monitor.

Wie jetzt? Das ist das Thema?

Schwarz auf weiß steht da: “Bei dieser Aufgabe gebe ich immer mehr als erwartet”. Puhhh. Fieberhaft beginnt es in meinem Kopf zu arbeiten. Was soll ich denn dazu schreiben? Wann gebe ich denn mehr als erwartet?

Eigentlich nie. Ich kenne keine Aufgabe, bei der ich mehr als 100 % gebe. Ich mach das nicht.

Denn mein Lebensmotto heißt: Es reichen 80 Prozent. Für alle Bereiche des Lebens. Ich wende in fast allen Lebensbereichen dieses geniale Prinzip an.

Und bisher hat es mich gut durchs Leben geleitet.

Aber ein bisschen beginne ich doch zu grübeln? Ist es nicht einfach nur Faulheit, wenn ich mich auf dieses Prinzip berufe?

Und wäre ich nicht erfolgreicher, wenn ich öfter mehr geben würde als erwartet?

Doch erstmal die Fakten.

Wer hat’s erfunden?

Nein, kein Schweizer. Es war ein Italiener.

Vilfredo Pareto war Ökonom und hat im Zuge einer Analyze zur Bodenverteilung in Italien dieses Prinzip entdeckt.

Er erkannte, dass ca. 80 Prozent des Bodens im Besitz von ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung war. Diese Verteilung wurde auch bei anderen Studien ermittelt.

Das Pareto Prinzip war geboren.

Im Laufe der Zeit wurde diese prozentuale Aufteilung für verschiedenste Untersuchungen herangezogen.

So wurde die Verteilung des Einkommens in verschiedenen Ländern untersucht.

Dabei stellte sich heraus: 80 Prozent der Bevölkerung finden sich im unteren Einkommensbereich. Und nur 20 Prozent der Menschen verfügen über ca. 80 Prozent des Weltvermögens.

Aber kann diese Regel auch auf andere Bereiche übertragen werden?

Die 80 20 Regel – weniger arbeiten und dennoch erfolgreich sein

Wenn es um die Erfüllung von Aufgaben handelt, ist das Pareto-Prinzip super anwendbar.

Hier bedeutet es: Wenn du in eine Aufgabe 20 Prozent an Kraft hineinsteckst, wirst du 80 Prozent dieser Aufgabe erfüllen.

Für die restlichen 20 Prozent brauchst du 80 Prozent deiner Kraft.

Es kommt darauf an, genau zu überlegen. Wo reichen den 80 Prozent aus. Und an welcher Stelle sind 100 Prozent notwendig, um erfolgreich zu sein.

Wenn du demnächst an einer großen Aufgabe fast verzweifelst, atme kurz durch.

Und denke nach. Welche Teile sind unbedingt notwendig. Diese gehst du als erstes an.

Und erst wenn diese fertig sind, werden die weniger wichtigen Aufgaben erledigt.

Damit erreichst du folgendes: Du schaffst die wichtigsten Dinge auf jeden Fall. In den meisten Fällen reicht das vermutlich aus, um die Aufgabe als erledigt zu betrachten.

Wenn du dann noch Zeit hast, machst du das Ganze rund. Aber habe dabei immer im Hinterkopf: Das wird jetzt viel länger dauern.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Das Wissen um dei 20 80 Regel kannst du in vielen Lebensbereichen einsetzen. Sie ist wirklich super, um dir deine Kräfte einzuteilen.

Allerdings will ich dir die Nachteile nicht verschweigen.

Die Regel verleitet nämlich manchmal auch dazu, faul sein. Denn wenn 20 Prozent reichen, um 80 Prozent zu erfüllen, warum solltest du dann mehr machen?

Warum sich anstrengen, wenn das Meiste einfach und mühelos erreicht werden kann? Es kann dann passieren, dass du unter deinen Möglichkeiten bleibst. Und das wäre ja schade.

Ich mache es so: In die Dinge, die mir wirklich wichtig sind, stecke ich all meine Kraft. Und für den Rest setze ich entspannt auf das Pareto-Prinzip.

Wichtig ist: Versuche nicht überall 100 Prozent zu geben. Das wird dich über kurz oder lang ausbrennen. Und das ohne Grund und Notwendigkeit.

Der Weise erkennt, wofür sich der Einsatz seiner Kräfte lohnt. Sei weise.

Die 80 20 Regel – perfekt für Läufer

Sogar im Laufsport und im Ausdauerbereich kannst du auf die 20 80 Regel setzen. In diesem Fall geht es aber nicht darum, weniger zu laufen. Sondern darum, klüger und effizienter zu trainieren. Der Laufumfang bleibt bestehen.

Die Regel wird auf die Verteilung der Anstrengung bei diesen Trainingsläufen angewendet.

Wie wendest du das Pareto-Prinzip für dein Lauftraining an? Du läufst 80 Prozent deiner Läufe in der Woche sehr, sehr langsam. Und nur 20 Prozent im intensiven Tempobereich.

Wenn du das schaffst, wirst du einen viel besseren Trainingseffekt erreichen als du denkst. Denn auch für den Bereich des Ausdauersports wurde die 80 20 Regel mittels Studien untersucht.

Hier sind die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2009 belegt, dass genau mit dieser Aufteilung des Trainings die besten Erfolge erzielt werden konnten.

Dabei widerlegt die Studie die recht populäre Annahme, dass HIIT-Training bzw. Intervalltraining als einzige Trainingsform ausreicht, um eine optimale Leistungsverbesserung zu erreichen.

Erst durch die Kombination von sehr langsamen Trainingseinheiten im niedrigpulsigen Bereich und extrem fordernden Einheit nahe am Maximalpuls brachten die Atlethen wirklich voran.

Maximale Herzfrequenz ermitteln – besser laufen

Das sind die Ergebnisse:

  • die Aufteilung des Trainings nach der 80 20 Regel liefert die die besten Erfolge für das langfristige Trainingsergebnis
  • Das Training im unteren Ausdauerbereich ist äußerst intensiv und stimmuliert am besten die körperliche Anpassung.
  • Training im GA1 Bereich darf nicht als verschwendet betrachtet werden, sondern als eine hervoragende Trainingseinheit
  • HIIT Training bzw. Intervalltraining ist ideal für die restlichen 20 Prozent des Lauftrainings
  • mehr als 20 Prozent an Intervall oder Tempotraining bringen keine Steigerung der Leistung
  • wenn Sportler mehr als 20 Prozent des Trainings im hohen Herzfrequenzbereich trainieren, erhöht sich die Verletzungsgefahr dagegen außerordentlich

Die 80 20 Regel – so trainierst du optimal

Wie du jetzt weißt, ist es optimal, wen du 80 Prozent deiner Läufe im unteren Herzfrequenzbereiches läufst.

Das bedeutet im Klartext: Du sollst richtig langsam laufen. Wenn du das Gefühl hast, nur noch zu joggen, dann läufst du genau richtig. Dein Puls sollte bei diesen Läufen im GA1 liegen.

Zu diesem Training kannst du auch voll gut stramme Spaziergänge, Nordic-Walking Runden oder Schwimmen mit zählen. Oder eine Runde mit dem Rad.

Wichtig: Den Puls immer niedrigen Bereich halten.
Und die restlichen 20 Prozent des Trainings powerst du. Trainiere richtig anstrengende Trainingsläufe wie Tempo oder Intervalle.

Schneller laufen – Tempotraining und langsames Laufen sind deine Waffen

Sogar beim Essen – die 80 20 Regel passt auch hier

Sogar in der Ernährung hat die 80 20 Regel Einzug gehalten. Und ich finde sie auch hier genial.

Denn hier besagt sie: 80 Prozent deiner Lebensmittel sollten gesund sein. Und für die restlichen 20 Prozent kannst du dich aus den als weniger gesund betrachteten Nahrungsmitteln bedienen.

Was gesund ist, das sieht natürlich jeder anders. Zumindest aber bei Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sind sich die meisten einig.

Wenn du also deine Ernährung zu einem großen Teil aus der pflanzlichen Ecke bestreitest, bist du richtig gut dabei.

Dann ist es auch nicht schlimm, wenn du mal ein Burger, eine Schokolade oder Kuchen genießt.

So lebt es sich auf jeden Fall leichter. Und gesünder.

Denn was nützt dir eine voll korrekte Ernährung, wenn du dir alles Leckere verkneifst. Das kann dann auch nicht gesund sein.

Mit dem Pareto-Prinzip leicht durchs Leben schweben

Kann ich dir das Pareto-Prinzip für alle Lebensbereiche empfehlen? Ja, das kann ich. Zumindest in den Bereichen, wo du es nicht zur Meiserschaft bringen willst.

Auch wenn du sogar mehr schaffen würdest, als von dir erwartet wird.

Denn was wäre der Lohn dafür? Wird es dir dein Chef, deine Firma wirklich in dem Maß danken, indem du deine Kraft eingebracht hast?

Du bist nicht auf der Welt, um die Erwartungen der Anderen zu erfüllen.

Probier es doch mal aus. Einfach mal weniger machen. Auch wenn du jetzt skeptisch bist. Weil du dich bisher immer in alles reingekniet hast.

Du wirst sehen. Jedes Mal fühlt es sich leichter an. Versprochen.

Bei welcher Aufgabe gebe ich immer mehr als erwartet?

Liebe Anna und liebe fleißige Mitmenschen. Nein, ich bin hier raus. Obwohl es durchaus Punkte gibt, bei denen ich alles geben würde. Für meine Familie auf jeden Fall.

Oder bei einem Notfall, logisch.

Aber ansonsten? Nein. Ich bin sogar der Meinung, dass manch psyschische Probleme erst durch dieses “mehr geben” entstehen.

Da rackerst du dich ab. Und niemand dankt es dir.

Oder du schuftest und machst alles perfekt. Aber es wäre gar nicht notwendig gewesen.

Lass doch mal Neune grade sein. Die Welt dreht sich weiter, auch ohne deine Aufopferung. Schau mal lieber aus dem Fenster und trinke einen Tee.

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